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Fortbildungsangebote Allgemeine Presse/Teil 1 Bewegender Abschied von Gerda Palm Aachen. Es war ein bewegender Abschied in der Familienbildungsstätte (FBS). Rund 100 Menschen, die im Laufe der vergangenen 16 Jahre in einer Trauer-Situation Begleitung, Beratung und Betreuung gesucht hatten, waren zu Ehren von Gerda Palm gekommen. Denn seit Ende vergangenen Jahres ist die beliebte Trauerbegleiterin, die zuletzt im Rahmen einer halben Stelle beschäftigt war, arbeitslos. Seit 1988 stand sie in der FBS Müttern und Vätern hilfreich zur Seite, die ein Kind durch Fehlgeburt, Totgeburt, Säuglingstod oder Schwangerschaftsabbruch verloren haben. Neben der Einzelberatung fanden Betroffene in mehreren Trauergruppen ein Forum, um sich mit Menschen in ähnlicher Situation auszutauschen. Gemeinsam suchte man nach Wegen, um den schrecklichen Verlust zu bewältigen. Auch Hebammen, Ärzte und Seelsorger wurden von Gerda Palm geschult, um mit Verlust und Trauer in ihrer nächsten Umgebung besser umgehen zu können. Leider können diese wichtigen Aufgaben vom Bistum Aachen nicht finanziert werden. Auch andere Einnahmequellen wie etwa Zuwendungen aus der ARD-Fernsehlotterie, fallen weg, auch wenn Edith Bircken, die Leiterin der FBS, bis zuletzt engagiert um neue Finanzierungslösungen gekämpft habe, wie Gerda Palm dankbar resümiert. So kann die Trauerarbeit an der FBS in der bisherigen Form nicht fortgesetzt werden. Allerdings, so stellt Edith Bircken klar, werden bestimmte Angebote wie Gruppen für trauernde Angehörige erwachsener Verstorbener oder für Menschen, die eine nahestehende Person durch Suizid verloren haben, mit den bisherigen Honorarkräften in der FBS weitergeführt. Bei Gerda Palm ist die Situation anders: Die Pädagogin, systemische Familienberaterin, Trauerbegleiterin und Buchautorin wird sich ab Herbst selbstständig machen, will ihre Angebote unter neuen Bedingungen aufrecht erhalten. Die Konsequenz: Interessenten werden für die Teilnahme an den Trauergruppen deutlich mehr bezahlen müssen. Erheblich teurer wird dann auch die Einzelberatung. Dem Verein «Verwaiste Eltern» ist es zu verdanken, dass die schlimmsten sozialen Härten abgewendet werden können. «Wir sind bereit, Menschen finanziell zu unterstützen, die es sich nicht mehr leisten können, die Angebote von Gerda Palm in Anspruch zu nehmen», erklärt Vereinsvorsitzende Katarina Wulf-Krause. Das kann gerade in akuten Notsituationen von großer Bedeutung sein, wenn die Trauerbegleiterin zum Beispiel zu Eltern in ein Krankenhaus gerufen wird und es angesichts der dramatischen Umstände selbstverständlich keine Rolle spielen darf, ob jemand die Hilfe auch wirklich bezahlen kann. Katarina Wulf-Krause ist optimistisch, dass ihre Organisation die zusätzliche Belastung schultern kann. Dennoch ist die Lage schwierig. Der Verein «Verwaiste Eltern», der mit dem Ziel gegründet wurde, die Trauerarbeit auf ein finanziell besser ausgestattetes Fundament zu stellen, zählt nur 54 Mitglieder, trägt sich ausschließlich über Spenden. Zudem ist die Fluktuation relativ hoch, da sich etliche Betroffene zurückziehen, wenn sie den Verlust ihrer Kinder nach einigen Jahren besser bewältigt haben. Dank der Initiative von Gerda Palm und des großen Engagements vieler Vereinsmitglieder gelang es, auf zwei Aachener Friedhöfen Gräberfelder für fehl- und tot geborene Kinder mit einem Gewicht unter 500 Gramm anzulegen. Auf dem Westfriedhof I befindet sich seit einigen Monaten eine Gedenkstätte für fehl- und tot geborene Kinder, die nicht beerdigt worden sind. Am 8. Mai werden bei einer feierlichen Zeremonie eigens für die Gedenkstätte geschaffene Skulpturen eingeweiht. Im Rhythmus von etwa anderthalb Jahren organisiert der Verein «Verwaiste Eltern», der bis auf weiteres seinen Sitz in der FBS behalten wird, auch ökumenische Gedenkgottesdienste. Der Verein freut sich über Spenden auf das Konto 27022888, bei der Sparkasse Aachen (BLZ 39050000). Weitere Informationen bei Gerda Palm unter 0241/76688. Von unserem Redakteur Ralph Allgaier (05.04.2004) Zu meiner Person Diplom-Pädagogin Erwachsenenbildnerin Systemische Beraterin (SG) Trauerbegleiterin Beruflicher Werdegang von 1978-1987 Kursleiterin an verschiedenen Erwachsenenbildungsinstitutionen ab 1988 freie Mitarbeiterin an der FBS AC im Bereich Erwachsenenbildung, Leitung von Trauergruppen für früh verwaiste Eltern von 1993-2000 pädagogische Mitarbeiterin in der FBS AC, Fachbereichsleiterin für die Bereiche „Verlust und Trauer“ 2000-2003 Trauerbegleiterin beim Verein Verwaiste Eltern AC siehe: www.verwaiste-eltern-aachen.de seit 2004 systemische Familienberaterin und Trauerbegleiterin in freier Praxis Kooperation mit dem Verein Verwaiste Eltern AC Meine persönlichen Erfahrungen 1985 wurde mein Sohn David, mein drittes Kind, in der 30. Schwangerschaftswoche tot geboren. Dieses Ereignis war für mich eine der bedeutsamsten Erfahrungen meines Lebens. Als besonders schmerzlich habe ich empfunden, dass ich damals mein Kind nicht sehen durfte, es nicht kennen lernen und keinen Abschied nehmen konnte. Es blieb keine sichtbare Erinnerung an David, kein Foto (tote Kinder zu fotografieren wurde in dieser Zeit als „pietätlos“ angesehen), kein Grab. Im Krankenhaus wollte man „gnädig“ mit uns sein: man reduzierte sein Geburtsgewicht auf 998 g und „ersparte“ uns somit die Beerdigung. Um uns zu schonen. Der Name dieses Kindes tauchte nie irgendwo auf. Ich habe lange darunter gelitten, keinen Ort zu haben, an dem ich trauern konnte. Dennoch hat David mein Leben um Vieles bereichert. Wie viele früh verwaiste Eltern habe ich erfahren, dass sein kurzes Dasein auf dieser Welt nicht sinnlos oder vergebens war. Es liegt an uns, den Trauernden, was wir aus dieser Erfahrung machen, ob wir ihr einen Sinn geben können und eine Wendung zum Positiven. Trauer ist eine mächtige Energie, die viele kreative Kräfte in uns frei setzen kann. So war auch für mich dieses Erlebnis ein starker Antrieb, der mir geholfen hat, viele meiner Vorstellungen zu realisieren und dazu beizutragen, die Situation früh verwaister Eltern im Krankenhaus und in ihrem persönlichen Umfeld zu verbessern. Seit vielen Jahren begleite und berate ich Trauernde, schwerpunktmäßig Eltern, die ihre Kinder während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verloren haben. In Aachen wurde 1988 die erste Trauergruppe für Eltern nach Totgeburt an der Familienbildungsstätte von mir ins Leben gerufen: die Keimzelle, aus der sich die gesamte Arbeit entwickelt hat. Die Gruppe mit dem Namen „Gute Hoffnung - jähes Ende“ - Glücklose Schwangerschaft existiert heute noch und weitere Trauergruppen sind aus ihr hervorgegangen. Veranstaltungen und Aktivitäten Veranstaltungen für Betroffene Trauergruppe „Glücklose Schwangerschaft“ seit 1988 Geburtsvorbereitungskurs bei Folgeschwangerschaft seit 1993 Gesprächsgruppe „Frühe Fehlgeburt“ seit 1994 Trauergruppe für junge Witwen und Witwer seit 2004 jährliches Ehemaligen-Treffen für Teilnehmer der Trauergruppen seit 1994 Gedenkgottesdienste für früh verstorbene Kinder seit 1995 „Schwangeren- und Babytreffen“ für früh verwaiste Eltern ( 2x jährlich) Stammtisch für ehemalige Teilnehmer der Trauergruppen seit 1999 Veranstaltungen für Fachleute seit 1993 Vorträge und Fortbildungsveranstaltungen für Medizinstudenten, Ärzte, Hebammen, Pflegepersonal, Mitarbeiter des sozialen Dienstes, Krankenhausseelsorger am Uniklinikum AC, Luisenhospital AC, Marienhospital AC, Krankenhaus St. Elisabeth, Geilenkirchen, Malteserkrankenhaus Jülich, St. Joseph-Hospital, St. Vith 1993-2001 Hebammenschule am Luisenhospital, Aachen: Unterrichtsreihen zum Thema „Tod und Trauer in der Geburtshilfe“ seit 1993 Fortbildungen für Geburtsvorbereiterinnen (in Aachen, Düren, Jülich, Düsseldorf) seit 1999 Fortbildungen für Pastorale Mitarbeiter und Notfallseelsorger seit 2001 Autorenlesungen Auszug aus meinem Fortbildungsprogramm 2002/2003 Fortbildung für Klinikmitarbeiter/innen im St.Joseph-Hospital St. Vith Thema: „Frühe Fehlgeburt: Möglichkeiten psychologischer Betreuung und Verarbeitungshilfen“ Fortbildung für pastorale Mitarbeiter beim Bistum Aachen Thema: “Fehlgeburt – Totgeburt - Kindstod und der pastorale Umgang damit“ Fortbildung für Notfallseelsorger/innen Thema “Plötzlicher Kindstod“ Fortbildung für Beraterinnen Kath. Schwangerschaftsberatungsstellen in Winterberg Thema:„Trauerbegleitung bei Tot- und Fehlgeburt“ Filmvorführung und Gesprächsabend Thema „Schwangerschaftsabbruch“ für Schülerinnen der Hebammenschule am Luisenhospital Workshop Thema „Trauerarbeit beim frühen Verlust eines Kindes“ beim 16.AFS-Stillkongress in Köln Vortrag Thema „Hilfen für früh verwaiste Eltern“ bei den Aachener Hospizgesprächen Vortrag beim Hospizforum Alsdorf :“Trauerbegleitung mit Eltern früh verstorbener Kinder“ Vortrag bei der Hospizbewegung Camino e. V. Geilenkirchen: „Geliebt und verloren: Der Verlust eines Kindes“ Fortbildung für Geburtsvorbereiterinnen des Bistums AC: „Wenn die Freude Trauer trägt…Tod und Trauer in der Geburtsvorbereitung“ Fortbildung beim SkF für Beraterinnen Kath. Schwangerschaftsberatungsstellen in Dortmund „Trauerbegleitung nach Fehlgeburt, Totgeburt und frühem Kindstod und „Systemische Trauerberatung“ 1.Neusser Forum der Initiative Schmetterling: Referentin bei Podiumsdiskussion und Workshop zum Thema: Begleitung bei perinatalem Kindstod Vortrag bei der Hospizgruppe des DRK, AC „Jetzt bist du schon gegangen, Kind. Der frühe Verlust eines Kindes“ Lesung und Gesprächsabend in der Buchhandlung her’s , AC Trauergruppen Alle Gruppentreffen finden statt in den Räumen der FBS, Kasinostr.55, 52066 Aachen. Ein Einstieg ist jederzeit nach Absprache möglich; ein Vorgespräch ist zu empfehlen! “Nur eine Fehlgeburt?” Gruppe für Frauen und ihre Partner nach früher Fehlgeburt Eine Frau, die ihr Kind schon in einem frühen Stadium der Schwangerschaft verliert, hat es besonders schwer, in ihrer Trauer, ihrem Schmerz und ihren Ängsten ernst genommen zu werden. In den Augen vieler Ärzte ist sie ein Routinefall. Ihr Partner, der vielleicht noch keine Gelegenheit dazu hatte, Vatergefühle zu entwickeln, reagiert manchmal verständnislos oder zumindest ungeduldig. Nicht selten ist die Frau selbst überrascht und erschrocken über die Intensität ihrer Trauer um ein Wesen, das sie nie wirklich kennen gelernt, wahrscheinlich sogar nie gesehen hat. Sie fragt sich, ob sie nicht tatsächlich »übertreibt«, sich hängen lässt oder gar hysterisch ist. Der hier angebotene Gesprächskreis soll die Möglichkeit bieten, über eigene Erlebnisse zu sprechen oder einfach die tröstende Entdeckung zu machen, dass andere Frauen in einer solchen Situation ähnlich empfinden. Die Gruppe ist auch offen für Frauen, deren Fehlgeburt schon längere Zeit zurückliegt. donnerstags, 20 – 22 Uhr 14-täglich Teilnahmegebühr pro Abend: 10€ / Person, 15€ / Paar Die nächsten Termine (2005): 20.1., 3.2., 17.2., 3.3. und 17.3. “Gute Hoffnung - jähes Ende” Glücklose Schwangerschaft Totgeburt, Säuglingstod und Schwangerschaftsabbruch aus med. Gründen Stirbt ein Kind im Mutterleib oder nach der Geburt, scheint die natürliche Weltordnung verletzt. Für viele Eltern ist dieser frühe und unerwartete Tod ihres Kindes ein Schicksalsschlag, den sie oft nur allmählich und unter großen Schmerzen bewältigen können. In der Gruppe sollen betroffene Eltern einen Raum finden, wo sie über ihre leidvollen Erfahrungen sprechen können, ihrer Trauer Ausdruck geben und miteinander neue Wege der Hoffnung suchen. Die Gruppe ist offen für Mütter und Väter, die ihr Kind durch Fehlgeburt, Totgeburt, frühen Kindstod oder Schwangerschaftsabbruch aus medizinischen Gründen verloren haben. Einstieg ist jederzeit möglich nach einem Vorgespräch mittwochs, 20 - 22 Uhr 14-täglich Teilnahmegebühr pro Abend: 10€ / Person, 15€ / Paar Die nächsten Termine (2005): 12.1., 26.1., 9.2., 23.2., 9.3. und 23.3. “Hätt’ ich ein Kind...” Ungewollte Kinderlosigkeit Viele Paare trifft es völlig unerwartet, wenn sie feststellen, dass die erhoffte Schwangerschaft nicht eintritt. In dieser Situation können Selbstzweifel sowie Verunsicherung in Bezug auf die Paarbeziehung entstehen und der individuellen Lebensgestaltung Grenzen aufgezeigt werden. Eine Unterstützung durch das soziale Umfeld existiert meist nicht in ausreichendem Maße, weil Scham und Versagensgefühle ein „darüber Reden“ oft verhindern. Eine schützende Gruppe bietet Raum für den Austausch mit Gleichbetroffenen über verlorene Hoffnungen, Erfahrungen mit der Reproduktionsmedizin und Möglichkeiten alternativer Lebensperspektiven. Der Teufelskreis von Erwartungsdruck und Versagensängsten kann damit durchbrochen werden. Gruppe im Aufbau “Neue Hoffnung wagen” Folgeschwangerschaft nach frühem Kindstod Nach einem frühen Kindstod durch Fehlgeburt, Totgeburt oder Säuglingstod ist für Mütter und auch Väter die nachfolgende Schwangerschaft meist überschattet von Ängsten, Sorgen und unverarbeiteter Trauer. Der Schritt in einen »normalen« Geburtsvorbereitungskurs erscheint dann oft nicht möglich – auch, um andere werdende Eltern nicht zu belasten. Eine spezielle Gruppe für betroffene Schwangere und deren Partner bietet die Möglichkeit besteht, durch Gespräche und Austausch sowie durch spezielle Körper- und Entspannungsübungen seelische Belastungen abzubauen und sich möglichst sorgenfrei auf das erwartete Kind einzustimmen. Gruppe bei Bedarf “Plötzlich allein” Verlust des Partners/der Partnerin Nichts ist mehr so, wie es war, wenn der Partner, die Partnerin stirbt, wenn Kindern der Vater oder die Mutter genommen wird. Frauen und Männer bis ca. 50 Jahre, die unter dem Verlust ihres Partners oder ihrer Partnerin leiden, finden in dieser Gruppe die Möglichkeit zum Austausch von Erfahrungen mit Menschen in ähnlicher Lebenssituation. Der Zusammenhalt und das Zusammensein mit anderen Betroffenen kann Unterstützung und Orientierung auf dem Weg der Trauer bieten und Ermutigung zu Schritten in das veränderte Leben. Eine neue Gruppe beginnt am 13. Januar 2005! Das Trauergenogramm Das Trauergenogramm (TGG) wurde von mir als Methode für die familientherapeutischePraxis entwickelt. Mit dieser Methode gewinne ich als Beraterin gemeinsam mit dem Trauernden eine Vielzahl von Informationen über seine Familie und sein Trauersystem. Der Verlauf eines Trauerprozesses wird maßgeblich davon beeinflusst, wie viel Unterstützung Trauernde in ihrem sozialen Umfeld finden; das zeigen viele Erfahrungen. Als systemische Beraterin nehme ich deshalb nicht nur den einzelnen Trauernden in den Blick, sondern beziehe sein ganzes familiäres System mit ein. Eine hilfreiche Methode dabei ist das von mir entwickelte Trauergenogramm, eine grafische Darstellung der Familienstruktur und ihres Trauersystems. Basierend auf der Methode der Genogrammarbeit trägt es dazu bei, Fakten in Familienstrukturen und Trauerprozessen anschaulich und damit für die weitere Beratung nutzbar zu machen. Dabei wird der Blick vor allem auf die Aspekte gelenkt, die für den Trauerprozess von Bedeutung sind. Das Familiensystem wird mit dem Trauersystem verbunden und so erweitert um jene Personen, die nicht zur Familien gehören, aber »mit«trauern. Diese abgebildeten Trauergenogramme sind im Laufe einer systemischen Beratung mit der jungen Witwe Ute entstanden. Vor zehn Jahren hatte sie ihr erstes Kind in der 38. Schwangerschaftswoche verloren. Im ersten Trauergenogramm wird deutlich, dass nahezu das gesamte Familiensystem zum Trauersystem wird. Das ist nicht immer so; gerade bei einem frühen Kindstod ist das Familiensystem oft überfordert. Die Trauer um ein totgeborenes Kind ist für die Eltern meistens eine sehr einsame Trauer. Niemand außer ihnen hat das Kind kennen gelernt; seine Existenz wird oft nicht anerkannt, und heftige Trauerreaktionen werden vom Umfeld meist nicht akzeptiert. So bietet eine Trauergruppe von Gleichbetroffenen oft den einzigen Raum, in dem die Muster der Sprachlosigkeit und des Verdrängens durchbrochen werden können. Das zweite Trauergenogramm zeigt Utes Situation neun Jahre später, zum Zeitpunkt der Beerdigung ihres Ehemanns Klaus, der nach längerer Krankheit und einer intensiven Phase des Abschiednehmens gestorben war. Außer der Familie gibt es nun ein großes Trauersystem, das heißt zahlreiche Mittrauernde, die für Ute in der ersten Phase der Trauer ein tragendes Netz der Unterstützung bilden. Im dritten Genogramm, ein Jahr nach Klaus' Tod, wird deutlich, dass das Trauersystem erheblich geschrumpft ist; nur noch die nächsten Angehörigen und ein paar treue Freunde gehören dazu. Dagegen gewinnen Außenstehende - wie die Therapeutin oder Mitglieder einer Trauergruppe - eine größere Bedeutung. Was bedeutet „Systemische Trauerberatung“? Bei der Betrachtung des Familiensystems wird deutlich, dass alle Aufgaben, Rollen und Beziehungen durch den Tod eines Familienmitglieds berührt werden, sehr oft beeinträchtigt sind und immer neu geordnet werden müssen. Wie bei einem Mobile: wird ein Teil davon weg genommen, gerät das Ganze ins Wanken, und alle Teile müssen neu ausbalanciert werden. Ebenso muss in einer trauernden Familie jeder seinen eigenen Standpunkt neu definieren. Die systemische Denkweise geht davon aus, dass jedes Familiensystem von spezifischen Mustern geprägt ist, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Jede Familie hat also ihre eigenen Muster, Regeln und Verhaltensformen, die dann auch im Umgang mit Trauer und Tod eine wichtige Rolle spielen. Im Laufe der eigenen Auseinandersetzung mit Tod und Trauer wurde mir immer stärker bewusst, dass der Verlauf von Trauerprozessen in ganz entscheidendem Maße abhängig ist von Beziehung, d.h. von zwischenmenschlichen Verbindungen innerhalb von Systemen. Eine systemische Sicht richtet die Wahrnehmung nicht nur auf den einzelnen Trauernden, sondern bezieht das gesamte soziale Gefüge, das ihn umgibt, mit ein. Der Mensch wird immer in der Interaktion mit Anderen gesehen. Verstorbene und Trauernde werden als Teile sozialer Gefüge wahrgenommen und beschrieben, die durch den Tod nachhaltig erschüttert werden. Betrachten wir das Familiensystem, so wird deutlich, dass alle Aufgaben, Rollen und Beziehungen durch den Tod eines Familienmitglieds berührt werden, sehr oft beeinträchtigt sind und immer neu geordnet werden müssen. Stellen Sie sich ein Mobile vor: wenn Sie ein Teil davon wegnehmen, gerät das Ganze ins Wanken, und alle Teile müssen neu ausbalanciert werden. Ebenso muss in einer trauernden Familie jeder seinen eigenen Standpunkt neu definieren. Wir gehen davon aus, dass jedes Familiensystem von spezifischen Mustern geprägt ist, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Jede Familie hat also ihre eigenen Muster, Regeln und Verhaltensformen, die dann auch im Umgang mit Trauer und Tod eine wichtige Rolle spielen. Ziele meiner systemisch orientierten Trauerberatung: Trauer vor sich selbst und vor Anderen nicht verleugnen, sondern zu einem offensiven Umgang damit zu gelangen, vom ohnmächtigen Ausgeliefert-Sein zu selbst bestimmtem, aktiven Trauerverhalten. Trauer, und alle dadurch ausgelösten Gefühle, nicht als „Feinde“ betrachten, als etwas, das man möglichst schnell hinter sich bringen muss, sondern als notwendigen Heilungsprozess und Chance, kreative und Wachstums fördernde Energien freizusetzen.- Den Tod akzeptieren. Trauernde lernen, das Unabänderliche anzunehmen und zu erkennen, wer oder was sie dabei unterstützen kann. Trauer braucht Zeit. Trauer braucht Worte. Trauer braucht Nähe. Trauer ist der erste Schritt auf dem Weg in eine neue Zukunft. Zeit, Worte und menschliche Nähe sind die Begleiter auf diesem Weg. Diese Begleiter schaffen den schützenden Raum, in den Trauernde sich zurückziehen dürfen. Sie geben die Möglichkeit, sich fallen zu lassen und sich anzuvertrauen. Sie schenken Trost und lassen langsam die Kraft wachsen, neue Lebensziele zu finden. In vielen Trauerbegleitungen habe ich erfahren, dass die meisten trauernden Menschen die Bilder dieses neuen Lebens längst in sich tragen. Meine Begleitung soll helfen, sie zu finden und Schritt für Schritt zu verwirklichen. Trauer braucht Zeit Wenn Sie sich für eine Trauerbegleitung entscheiden, lernen Sie, sich Zeit zu lassen. Auch wenn Familie und Freundeskreis wieder „zur Tagesordnung“ übergegangen sind, brauchen Sie vielleicht noch viele Monate und Jahre, um mit ihren Gefühlen fertig zu werden. Es gehört Mut dazu, dies zu akzeptieren, und eine Begleitung kann dieses Selbstbewusstsein immer wieder neu unterstützen. Trauer braucht Worte Trauerbegleitung sucht nach Wegen, den Schmerz auszudrücken. Bilder, Gesten, Rituale und vor allem Gespräche können Ihnen helfen, Gefühle los zu lassen. Was nach außen dringen darf, kann die Seele erleichtern und Raum für neue Gedanken schaffen. Sie sind eingeladen, sich immer wieder Luft zu verschaffen – so oft, bis ein freies Atmen wieder möglich wird. Trauer braucht Nähe Gemeinsam weinen – gemeinsam lachen – sich gegenseitig Halt geben und Kraft schöpfen für den nächsten Tag – Trauergruppen schenken Ihnen Geborgenheit und Nähe. Zu wissen, dass andere bereit sind, immer wieder zuzuhören, mit zu fühlen und mit zu helfen, gibt Sicherheit im Alltag. Zu fühlen, wie langsam auch der gemeinsame Mut wächst, macht stark. Leid und Freude werden gleichermaßen geteilt. Mein Buch Jetzt bist du schon gegangen, Kind Trauerbegleitung und heilende Rituale mit Eltern frühverstorbener Kinder Eltern, die durch Früh- oder Fehlgeburt oder im ersten Lebensjahr ein Kind verlieren, sind meist in ihrer Trauer allein gelassen, stoßen sogar oft auf Unverständnis der Umwelt. Besonders Frauen haben mit Versagens- und Schuldgefühlen zu kämpfen, mit körperlichen Belastungen und Partnerschaftsproblemen. Buch, Don Bosco Verlag, 2001 Kundenrezensionen bei amazon Durchschnittliche Kundenbewertung: 5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich: Zu wenig auf dem Markt, 30. Juli 2003 Rezensentin/Rezensent Es gibt leider viel zu wenig Bücher, die sich mit dem Tod im Mutterleib, mit Fehl- und Totgeburt und dem Fötizid beschäftigen. Es gibt vor allen Dingen zu wenig Biographien. Die Verwaisten Eltern in Aachen kämpfen ums Überleben, das Buch von Gerda Palm ist ein wichtiger Meilenstein in der Literatur zum Thema Tod. Dieses Buch und die unglaublich offene Biografie von Friederike Rosenfeld "Ich hätte dich so gern gekannt" haben mir geholfen. Frauen wie Gerda Palm und Friederike Rosenfeld haben wohl eher eine Auszeichnung verdient als Schlagerfuzzis wie Bohlen oder durchgeknallte Fussballer. Durchschnittliche Kundenbewertung: 9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich: Ein wertvoller Beitrag zur Trauerbewältigung, 7. März 2003 Rezensentin/Rezensent: Das Buch "Jetzt bist du schon gegangen, Kind" ist ein sehr wertvoller Beitrag sowohl zur Trauerbewältigung für betroffene Eltern als auch zur Trauerbegleitung derselben. Die Autorin Gerda Palm hat sich nach dem frühen Verlust eines eigenen Kindes systematisch in die Begleitung und Beratung von Trauernden hereinbegeben. In ihrem Buch nun gibt sie zunächst einen Einblick in den Begriff "Trauer" und den Trauerprozess als solchen, der trotz individueller Unterschiede oft ähnlich verläuft, allerdings stark abhängig ist von Beziehungen, in denen man lebt, und von Reaktionen des eigenen Umfeldes. Es ist durchaus aufschlussreich, sich als Trauernde quasi von außen in eigenen Trauerstrukturen zu erkennen, sei es in Bezug zur Familie oder zu Freunden, Bekannten und Kollegen. Dieser Perspektivenwechsel in die Betrachterrolle ist hilfreich zum Verständnis seiner selbst bzw. seiner eigenen Reaktionen. Weiterhin spricht Palm verschiedene Beratungsformen von Trauernden an, von Krankenhaus-, über Einzel- und Paarberatung bis hin zu Hilfestellungen durch Trauergruppen. Besonders gelungen erscheint mir der Teil des Buches, in dem "heilende Rituale" aufgeführt werden, zum Teil stark religiös orientiert(z.B. Gestaltungsbausteine für Gedenkgottesdienste). Nicht jeden werden die verschiedenen Rituale gleichermaßen ansprechen - manchem mag das Anfertigen eines Wandteppichs zunächst befremdlich erscheinen - mir persönlich jedoch sind z.B. die Namensgebung des Kindes und das Verfassen einer Todesanzeige insbesondere in der ersten Zeit der Trauerbewältigung sehr hilfreich gewesen. Mit solchen Ritualen gibt die Autorin wichtige Tipps und Hilfestellungen. Ergänzt werden Gerda Palms Ausführungen durch Briefe betroffener Eltern an ihre Kinder. In vielen dieser persönlichen Texte findet man sich selber wieder und so traurig diese oft sind, so enthalten sie doch auch immer wieder den Hoffnungsschimmer und den Trost, den man selbst in einer solchen Situation so sehr braucht. weitere Rezensionen: AKF-Literaturdienst heft 3/2001 S. 40-41 Literatur zum Thema Trauer und Trauerarbeit/Trauerbegleitung scheint für Verlage attraktiv zu sein. Unter der Fülle der vielen Neuerscheinungen fällt der Leitfaden von Gerda Palm wohltuend als wirkliche Neuerung auf. Palm - von Hause aus Systemische Familienberaterin - stellt am Beispiel des frühen Kindestodes ein Konzept vor, das so schlüssig und hilfreich ist, das man sich fragt, wieso man nicht selbst darauf kam. Obwohl es laut Titel ausschließlich um den Tod vor, während oder kurz nach der Gehurt geht, ist das Buch trotz der sechs Kapitel im Grunde zweigeteilt, auch was den Seitenumfang betrifft: Kapitel 1-4 (12-15: Trauer, 16-23: Systemorientierte Betrachtung der Trauer; 24-35: Systemische Trauerberatung 36-50: Das Trauergenogramm) dürfen durchaus einen Geltungsanspruch weit über die Trauer um den Tod kleiner Kinder hinaus erheben. Beratern und Therapeuten, die systemisch arbeiten ist das Genogramm eine vertraute und vor allem hilfreiche Methode. Palm spezifiziert es mit wenigen aber klugen Veränderungen und erhält so das Trauergenogramm, das in vielen Fallen hilfreich sein wird - nochmals: nicht nur in der Trauer um ein kleines Kind. Ich arbeite z B. regelmäßig mit (jungen) Familien nach Suizid eines Familienangehörigen und bin mir sicher, dass durch das Trauergenogramm Hilfestellungen geboten werden. Die Kapitel 5 und 6 (51-64: Heilende Rituale; 65-113: Gestaltungsbausteine für Gedenkgottesdienste) und der Anhang (114-120) mit einigen Adressen (z.B. Kleinstkinder-Kleider, Kleinstkinder-Särge) und Informationen zur Bestattung von Fehlgeburten/Totgeburten) gehen dann auf die besondere Thematik des Todes frühverstorbener Kinder ein. Hier macht sich bemerkbar, dass die Autorin sowohl aus eigener Betroffenheit wie aus langjähriger, intensiver Arbeit mit betroffenen Eltern einerseits die Fragestellungen und Nöte der frühverwaisten Eltern kennt, andererseits nicht sprachlos oder handlungsunfähig wurde. Sie bietet - in Zusammenarbeit mit Theologen, die verschiedene ehrliche (!) Predigten lieferten - eine Fülle von Bausteinen und Ritualen, Texten und Gebeten, so dass dieser Teil zur Fundgrube wird. Durch das Buch ziehen sich die Textzeugnisse (Briefe, Gedichte), die der Autorin von betroffenen Eltern zur Verfügung gestellt wurden. Auch diese tragen dazu bei, dass das Buch eine wertvolle Hilfe ist, erleichtern sie doch für Außenstehende (z.B., aber nicht nur Pfarrer) einen Blick in die Gefühlswelt frühverwaister Eltern. Dr. Alois Moos Initiative Regenbogen Info 63, Oktober 2002 S. 8 Die Autorin leitet seit vielen Jahren Trauergruppen und Geburtsvorbereitungs- kurse für Paare nach vorausgegangenem Kindstod. In ihrem Buch befasst sie sich mit dem Wesen der Trauer, mit Formen der Trauerbegleitung/-beratung und mit der Entwicklung von persönlichen Trauerritualen. Ihr besonderer Ansatz besteht in der Einbeziehung der ganzen Familie durch "systemische Trauerberatung"'. Sehr praxisorientiert und konkret sind die "Gestaltungsbausteine für Gedenkgottesdienste" in Form von Texten zur Lesung, Fürbitten, Gebeten, Liedvorschlägen u.a.m. Gedichte und Briefe von Eltern machen das Thema auch für Nichtbetroffene sehr anschaulich. Im Anhang werden Adressen und weiterführende Literatur genannt und Merkblätter zur Bestattung von Fehl- und Totgeborenen abgedruckt. Verwaiste Eltern Deutschland Rundbrief 2002 Gerda Palm, Diplompädagogin, Erwachsenenbildnerin und systemische Familienberaterin, stellt in diesem Buch ihre umfangreichen Kenntnisse und Erfahrungen aus der Begleitung früh verwaister Eltern dar. Sie bietet theoretische Beiträge, die sich besonders mit systemischen Aspekten von Trauer befassen. Dazu gehört auch die Darstellung von Trauergenogrammen, die die Vielschichtigkeit und Komplexität von Trauer visuell veranschaulichen. In Palms Ausführungen zur Systemik von Trauer liegt ein besonderer Wert, da hier über Individuelle Trauerprozesse hinaus mit systemischer Brille der Blick auf das Feld der Beziehungen gelenkt wird und damit Trauer noch einmal differenzierter wahrgenommen werden kann. Die Theorieteile werden durch reichhaltiges Praxismaterial ergänzt. Hier finden sich u.a. Anregungen und Hinweise zur Trauerberatung. Neben den familiären Beziehungen und Gegebenheiten, die für jeden Trauerprozess von entscheidender Bedeutung sind, arbeitet die Autorin auch außerfamiliäre Unterstützungsmöglichkeiten wie z.B. Trauergruppen In Ihrer Bedeutsamkeit und ihren Möglichkeiten heraus. Dabei wird deutlich, dass Trauer um so hilfreicher begleitet werden kann, je mehr ein Netz unterschiedlicher Angebote existiert. Wenn auch Gerda Palm sich auf die Arbeit mit Trauernden nach dem Frühen Tod konzentriert, sind ihre Ausführungen - beispielsweise jene zum Thema Trauerrituale und Gedenkgottesdienste - nicht allein für Begleiterinnen interessant, die ebenfalls in dieser Arbeit stehen, sondern ebenso für diejenigen, die mit anderen trauernden Adressaten arbeiten. Kristiane Voll Krankenhausbetreuung Krankenhausbetreuung bei Fehlgeburt, Totgeburt, Abbruch aus medizinischen Gründen, Risikoschwangerschaft Mein Angebot zur “Sofort-Hilfe” ist die Betreuung betroffener Frauen im Krankenhaus. Sie können mich durch Ärzte oder eine Hebamme telefonisch benachrichtigen oder selbst mit mir Kontakt aufnehmen, wenn Sie ein Gespräch in der Klinik mit mir wünschen. Viele Ängste und Fragen können an Ort und Stelle besprochen und geklärt werden, die sich auf den Geburtsverlauf, auf die erste Begegnung und den weiteren Umgang mit Ihrem toten Kind (z.B. Möglichkeiten der Bestattung) beziehen. Meine persönlichen Initiativen Grabfeld auf der Hüls Die Grabfelder für nicht bestattungspflichtige Kinder (mit einem Geburtsgewicht unter 500g) bestehen seit Oktober 2002 auf dem Aachener Westfriedhof I und auf dem Friedhof Hüls. Damit erhalten Eltern die Möglichkeit, ihre ganz kleinen totgeborenen Kinder in Würde bestatten zu lassen, und das zu kostengünstigen Bedingungen. Gedenkstätte auf dem Westfriedhof I Die Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder auf dem Westfriedhof I wurde im Mai 2004 eingeweiht. Es ist ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens vor allem an die Kinder, die in früheren Jahren als zu klein angesehen wurden, um bestattet zu werden, aber auch für Kinder, deren Grab sich nicht in der Nähe befindet oder deren Grabstätte bereits abgelaufen ist. Die Skulptur bietet Eltern die Möglichkeit, Gedenksteine mit den eingravierten Namen ihrer Kinder dort anbringen zu lassen. Meine persönlichen Initiativen in chronologischer Folge seit 1994 Betreuungsangebot in Kliniken in AC und Umgebung Krankenhausbetreuung bei Fehlgeburt, Totgeburt, Abbruch aus medizinischen Gründen Info-Mappen für betroffene Eltern nach Totgeburt und Fehlgeburt Moseskörbchen seit 1995 Organisation und Mitgestaltung von Gedenkgottesdiensten für früh verstorbene Kinder in AC (alle 1-2 Jahre) seit 2001 Mitarbeit an der Internetseite des Vereins verwaiste Eltern AC 2002 Leitung und Organisation einer Arbeitsgruppe zur Initiierung von Grabfeldern für nicht-bestattungspflichtige Kinder (siehe: AZ-Artikel vom 11.07.03) 2004 Initiative zur Schaffung einer Gedenkstätte für früh verstorbene Kinder auf dem Aachener Westfriedhof (siehe: AZ-Artikel vom 14.05.04) Impressum Dienstanbieter gemäß § 6 TDG: Dipl.Päd. Gerda Palm Systemische Beraterin (SG)/ Trauerbegleiterin Felix-Timmermansstr.7 52074 Aachen Tel: 0241 – 76688 (ständiger Anrufbeantworter) info@palm-beratung.de www.palm-beratung.de Telefonische Sprechstunde: Jeden Donnerstag von 10-12 Uhr unter : 0241 76688 Jeden 1. Dienstag im Monat von 10-13 Uhr unter : 0241 60805318 Datenschutz Sie werden eventuell um die Angabe persönlicher Informationen gebeten. Die Beantwortung dieser Fragen ist freiwillig. Die auf der Website erhobenen persönlichen Daten werden ausschließlich zu Ihrer individuellen Betreuung, der Übersendung von weiteren Informationen oder der Unterbreitung von Angeboten gespeichert und verarbeitet. Palm Trauerberatung sichert zu, dass Ihre Angaben entsprechend den geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich behandelt werden. Haftungsausschluss Diese Website wurde mit größtmöglicher Sorgfalt zusammengestellt. 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Gerda Palm Systemische Beraterin (SG)/ Trauerbegleiterin Felix-Timmermansstr.7 52074 Aachen Angebote für professionell Tätige in helfenden Berufen • Hebammen • Ärztinnen/Ärzte • Klinikpersonal • Geburtsvorbereiterinnen • Professionelle Berater/innen • Seelsorger/innen • Bestatter/innen Abschied, Verlust, Tod und Trauer sind Themen, die in vielen Berufen eine Rolle spielen. Besonders schmerzlich ist der Verlust eines Kindes oder eines anderen nahen Angehörigen. Die professionelle Begleitung trauernder Frauen und Männer, Paare und Familien erfordert ein hohes Maß an fachlicher und persönlicher Kompetenz. In Vorträgen, Seminaren, Workshops und Fortbildungen erfahren Sie praxisbezogene Orientierung und Unterstützung, damit Sie diesen Anforderungen in Ihrem beruflichen Umfeld mit zunehmender Sicherheit begegnen können. Sie erhalten hier: konstruktive Umgangsweisen mit persönlicher und berufsbezogener Trauer durch Reflexion und Austausch beruflicher Erfahrungen mit Tod und Trauer Auseinandersetzung mit der eigenen Trauergeschichte Erkennen der eigenen Ressourcen und Grenzen im Umgang mit Trauernden ein breites Spektrum von Arbeitsweisen, Techniken und Ritualen Einblick in systemische Trauerberatung im Einzelgespräch und in Gruppen Informationen zu Einsatz und Wirkungsweise des „Trauergenogramms“ in der Praxis Anleitung zu Aufbau, Organisation und inhaltlicher Gestaltung von Trauergruppen theoretische Grundkenntnisse zum Verständnis von Trauerprozessen Umsetzungsmöglichkeiten der Theorien durch praktische Übungen Fachartikel Frühe Fehlgeburt: (K)ein Grund zur Trauer Heutzutage bemühen sich Geburtshelfer und Gynäkologinnen nach Kräften, den Bedürfnissen früh verwaister Eltern gerecht zu werden… Ganz anders stellt sich dagegen die Situation dar für Frauen mit frühen Fehlgeburten. Diese beklagen immer noch einen offensichtlichen Mangel an Verständnis, Akzeptanz und Unterstützung von ärztlicher Seite. Meist beschränkt man sich auf die medizinische Versorgung, und es bleibt zu wenig Raum für Gespräche über die Trauer um das verlorene Kind oder über Ängste in Bezug auf eine Folgeschwangerschaft. Artikel in »Geburtshilfe und Frauenheilkunde«, Heft 1 2002, Seite 90f Einfach hingehen und da sein Auf den ersten Blick scheint es, als könnten Freunde und Nachbarn nur wenig tun, wenn nebenan der Tod einschlägt. Doch dieses Wenige schafft für Trauernde ein Netz, das sie trägt und vor Vereinsamung bewahrt. Artikel in »neue Gespräche« 2/2002, Seite 17f Gute(r) Hoffnung nach jähem Ende Folgeschwangerschaften nach Fehlgeburt, Totgeburt, Säuglingstod Oft besteht gerade bei Eltern, die ihr Kind in der Schwangerschaft verloren haben, eine innere Blockade, zu dem nun erwarteten Kind eine Beziehung aufzubauen - aus der Angst heraus, wieder einen Verlust erleiden zu müssen und wieder in ihren Hoffnungen enttäuscht zu werden. Visualisierungsübungen sowie Einstimmung auf das Kind und Kontaktaufnahme mit ihm in körperlich-seelisch entspanntem Zustand können auf behutsame Weise dazu beitragen, diese Barrieren zu überwinden und innere Ressourcen zu mobilisieren. Artikel in »Verwaiste Eltern« Leben mit dem Tod eines Kindes, 8/1996, Seite 53ff Systemische Einzel- und Paarberatung Familienberatung nach früher Fehlgeburt Totgeburt Kindstod bei Risiko- und Folgeschwangerschaft Schwangerschaftsabbruch aus med. Gründen Ungewollter Kinderlosigkeit bei Verlust des Partners Verlust von Geschwistern, nahen Angehörigen oder Freunden in Krisensituationen Allgemeine Presse/Teil 3 Die Eltern können jetzt in Würde Abschied nehmen Aachen. Umgeben von alten Bäumen und Sträuchern strahlt dieser Ort eine wunderbare Ruhe aus. Ein Refugium zum stillen Gedenken, Innehalten und Atem holen. Hier, inmitten des Westfriedhofes I, wurde jetzt ein Gräberfeld für Kinder eingeweiht, die von den Behörden als «nicht bestattungspflichtig» bezeichnet werden. Damit sind Totgeborene gemeint, deren Geburtsgewicht weniger als 500 Gramm beträgt. Sie wurden bislang in ihrer Mehrzahl gemeinsam mit den Anatomieleichen des Klinikums beerdigt. Diese Zeremonie findet jedoch nur einmal jährlich statt. Dabei wurden alle Föten in einem Sarg gesammelt bestattet. Nicht selten landeten die gestorbenen Kinder aber auch mit anderem organischen Material im Müll der Krankenhäuser. Feierliche Einweihung des Gräberfeldes für nicht bestattungspflichtige Kinder auf dem Westfriedhof I: Zahlreiche Besucher lauschten dabei dem Geigenspiel von Michael Palm. Foto: Michael Jaspers Gegen diese Praxis regte sich in den vergangenen Jahren zunehmend Widerstand. Treibende Kraft dabei war der Verein «Verwaiste Eltern», in dessen Gruppen Betroffene sich austauschen und gegenseitig unterstützen können.Der Wunsch, auch die kleinsten Geschöpfe nach Tot- oder Fehlgeburt in einer würdevollen Weise zu beerdigen, wurde immer größer. Gerda Palm, Trauerbegleiterin beim Verein «Verwaiste Eltern», dankte bei der Einweihung des Gräberfeldes am Westfriedhof der «sehr kooperativen und unbürokratischen Verwaltung» sowie vielen engagierten Aachenern dafür, dass mittlerweile auf fünf städtischen Friedhöfen (Waldfriedhof, Westfriedhof I sowie die Friedhöfe Hüls, Lintert und Laurensberg-Hand) Bereiche für nicht bestattungspflichtige Kinder angelegt wurden. Palm: «Langfristig möchten wir erreichen, dass kein menschliches Leben, egal wie klein, egal wie zerbrechlich, als ‚Abfall' entsorgt wird.» Dieser Platz solle ein Ort sein, an den Eltern ihre Trauer tragen könnten, «eine Trauer, die vielfach nicht verstanden, nicht akzeptiert wird angesichts des verborgenen Lebens und Sterbens im Mutterleib». Es solle ein Asylort sein «für alles, was sonst totgeschwiegen, unterdrückt, überspielt oder von der Gesellschaft verdrängt wird». Der katholische Pfarrer Peter Blättler, der gemeinsam mit der evangelischen Klinikseelsorgerin Sabine Hölzer-Pöll das Gräberfeld einsegnete, nannte den neuen Friedhofsbereich für nicht bestattungspflichtige Kinder einen echten «Fortschritt in Richtung einer menschenwürdigen und menschenfreundlichen Gesellschaft». Gerda Palm wies darauf hin, dass auf dem Westfriedhof und dem Friedhof Hüls Gedenkstätten für die in der Vergangenheit nicht bestatteten fehl- und tot geborenen Kinder entstehen sollen. Es gibt bereits Kontakte zu Künstlern, die hierzu eine Skulptur schaffen könnten. Für dieses Projekt fehlen aber noch Sponsoren. Am Rande der Veranstaltung teilte Gerda Palm mit, dass ihre Arbeit für den Verein «Verwaiste Eltern» als Trauerbegleiterin unterschiedlichster Zielgruppen nur noch bis Ende dieses Jahres gesichert ist. Derzeit wird ihre Tätigkeit aus Erträgen der ARD-Fernsehlotterie bezuschusst. Die Zuweisung des Geldes war jedoch auf drei Jahre begrenzt. Wenn keine andere Möglichkeit der Finanzierung gefunden wird, verlöre die Aachener Region eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die nach dem Tod eines Angehörigen, besonders nach dem frühen Tod eines Kindes, Beratung, Betreuung und Austausch suchen. Weitere Infos im Internet: http://www.verwaiste-eltern-aachen.de Von Ralph Allgaier, Aachener Zeitung, 11.7.2003 weitere Veröffentlichungen Leben läuft ab, ehe die Uhr gestellt ist “Jetzt bist du schon gegangen, Kind” (in: Aachener zeitung 10.03.2003) Glücklose Schwangerschaft – Wenn das Leben mit dem Tod beginnt (in: Frauen unterwegs 3/2003 S. 4-5) Wo der Anfang das Ende ist Eltern tot geborener Kinder brauchen Trauerbegleitung (in: Frau und Mutter 3/2002 S. 22-23) Wenn Eltern „verwaisen“ (in: Aachener Nachrichten Nr.283 6.12.2001 S.18) Fehlgeburt stürzt Frauen in eine tiefe Krise (in: Aachener Zeitung 31.10.2000 S.6) Allgemeine Presse/Teil 2 Erinnerung an Kinder, die ihre Eltern hinterließen Aachen. Kein Regen, aber viele Tränen flossen auf dem Westfriedhof I. Ein Mann mit Saxophon spielte einen Blues. Jeder der fast hundert Menschen trug eine Blume vor und viele Erinnerungen mit sich. Alle, Eltern, und Großeltern, Geschwister und Freunde, kamen zur Einweihung der Gedenkstätte mit den vier darum angeordneten Namens-Blöcken. Für Söhne und Töchter, Enkel und Enkelinnen, Brüder, Schwestern und Freunde, die von der Welt gingen, noch bevor sie ein Leben ganz lebten. Eine Gedenkstätte für Kinder, die - verkehrte Welt - Eltern hinterließen: durch Früh- oder Fehlgeburt, Krankheit und Schicksal. Mehr als 50 Mitglieder «Verwaiste Eltern» heißt der Verein in Aachen, der in solchen Situationen den Betroffenen beistehen will. Gerda Palm ist deren Trauerbegleiterin und hilft Menschen, mit dem Verlust von jungem Leben umzugehen. Sie kannte viele der Familien, die an der Gedenkstätte erschienen, aus Betreuungsangeboten. «Bis September vergangenen Jahres hatten wir Projektgelder für ihre Stelle», erklärte Edith Bircken, die stellvertretende Vorsitzende der «Verwaisten Eltern», die inzwischen etwas mehr als fünfzig Mitglieder zählen. Dieser Verein sei 1996 «gezielt gegründet» worden von Betroffenen, um die Trauerbegleiterin anzustellen. Inzwischen arbeite Gerda Palm selbstständig. Denn «die Mittel sind vor einen halben Jahr ausgelaufen». Die Zusammenarbeit funktioniere aber noch immer, und, so Bircken, «wenn Eltern sich Leistungen nicht leisten können, springen wir weiterhin ein». Die Gedenkstätte ist dabei ein öffentliches Mittel der Trauerarbeit, ein Ort zum Abschied nehmen und zur namentlichen Erinnerung; viele Faktoren haben sie ermöglicht. Da ist der Stadtbetrieb, der den Platz zur Verfügung stellte, und Friedhofsverwalter Hendrix, der die Säulen aus belgischem Granit beschaffte. Da ist der Steinmetz, Andreas Radermacher, der es als «eine Herzensangelegenheit» auffasste, die Säulen zu verarbeiten. Der eingravierte Spruch, den man wählte, heißt «Du warst ein Lied in mir, das nie gesungen wurde, nur gehört von mir.» Und da ist die Künstlerin Jenny Vonhoegen, die mit Eltern der Trauergruppen die Edelstahl-Installation «Augenblick» schuf: «Zum einen ein abstraktes Auge, dann ein Bild für Vater, Mutter und Kind.» Und da ist Trauerbegleiterin Palm, die selbst ihren Sohn verlor in einer Zeit, wie sie erzählte, als Gesetzgeber noch «zwischen bestattungswürdig und nicht bestattungswürdig» unterschieden. Neue Bestimmungen Bis 1993 fielen unter diese Kategorie die Fehl- und Totgeburten unter 1000, ab 1994 unter 500 Gramm. Erst seit Herbst 2003 ist Bestattung für alle Menschen Pflicht - unabhängig vom Gewicht oder der Schwangerschaftsdauer. Im März wurden auf dem Westfriedhof I erste Gräber eingeweiht, nun befindet sich die Gedenkstätte für alle Trauernden daneben. Pater Timmermann und Pfarrerin Sabine Hölzer-Pöll gaben dem Ort ihren Segen, Dompropst Dr. Herbert Hammans versprach, dass «Gott niemand nach Mühen, sondern jeden nach Namen» festhalte. Die «Verwaisten Eltern» haben eine weitere Etappe genommen. Mit dem Ort, der ihre Kinder beim Namen nennt. Weitere Informationen zur Gedenkstätte, dem Erwerb der Gedenksteine und zu den Grabfeldern bei Trauerbegleiterin Gerda Palm, 0241/76688, oder unter http://www.verwaiste-eltern-aachen.de Von unserem Mitarbeiter Marc Schulze (13.05.2004 | 19:55 Uhr)